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Fachinformationen

Die 10 häufigsten Fragen

Was ist eine Mediation?

Die Mediation ist ein aussergerichtliches Verfahren, in welchem Streitigkeiten nach einem strukturierten Vorgehen bearbeitet werden. Unter der Leitung einer fachlich ausgebildeten und neutralen Drittperson, dem Mediator, suchen die Beteiligten eigenverantwortlich nach passenden Lösungen. Dabei steht nicht die Frage nach Schuld und „Recht haben“ im Vordergrund, sondern vielmehr die Frage nach Interessen und Beweggründen. 

Was macht der Mediator?

Der Mediator leitet und strukturiert den Ablauf der Mediation und ermöglicht so den Beteiligten, gemeinsam nach Lösungen für ihre Differenzen zu suchen. Er ist allen Beteiligten gleichermassen verpflichtet, das heisst er ergreift für keine Seite Partei. Durch seine moderierende Tätigkeit sorgt er dafür, dass alle zu Wort kommen, dass die Beteiligten sich gegenseitig wieder zuhören und sich dadurch besser verstehen. Bei der Lösungsfindung fällt der Mediator keine Entscheide, sondern unterstützt die Beteiligten darin, verschiedene Lösungsvarianten zu entwickeln. So kommen oft Lösungen zustande, die zuvor gar nicht bedacht worden sind.

Was sind die wichtigsten Schritte in einem Mediationsverfahren?

Eine Mediation beinhaltet verschiedene Phasen. In der Vorbereitungsphase wird abgeklärt, ob Mediation das geeignete Verfahren ist oder sich eine andere Konfliktbearbeitung besser eignet. In dieser Phase können auch Einzelgespräche geführt werden. Nach Klärung des Auftrags legen die Beteiligten ihre verschiedenen Interessen, Motivationen und Bedürfnisse dar. Ziel ist es zu klären, um was es genau geht und wieder Verständnis für die Sichtweise der anderen Seite(n) zu wecken. Dies schafft die Basis für die Erarbeitung von Lösungsvarianten. Am Schluss einer Mediation steht eine Vereinbarung mit Massnahmen, hinter der alle Seiten stehen können. 

Wie lange dauert eine Mediation?

Das ist unterschiedlich und kommt ganz auf die Komplexität des Konflikts an. Unsere Erfahrung zeigt, dass manchmal ein bis zwei Sitzungen genügen, manchmal auch mehrere Treffen über eine längere Zeitdauer notwendig sind. Bei der Auftragsklärung, die zu Beginn einer Mediation stattfindet, wird dies thematisiert. Dabei kann auch vereinbart werden, wie viele Stunden und Sitzungen man vorerst abmachen möchte. 

Kann eine Mediation auch abgebrochen werden?

Ja, eine Mediation beruht auf Freiwilligkeit. Sie kann jederzeit abgebrochen werden, wenn das Gefühl besteht, auf diesem Weg keine Lösung zu finden. 

Wann macht eine Mediation keinen Sinn?

Eine Mediation ist vor allem dann sinn- und damit auch erfolglos, wenn eine Seite gar kein Interesse hat, den Konflikt einvernehmlich zu lösen. Dies geht oft damit einher, dass diese Beteiligten für sich keinen Nutzen oder Gewinn sehen, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Auch gerade deshalb kommt der Auftragsklärung eine hohe Bedeutung zu. Als Beispiel: Weiss der Arbeitgeber bereits, dass er dem Mitarbeiter aufgrund seines Verhaltens kündigt, lohnt es sich nicht, zu diesem Thema eine Mediation durchzuführen. Das käme einer Alibi-Übung gleich. Hingegen kann es durchaus sinnvoll sein, sich mit dem Mitarbeiter über die Details der Kündigung in einem Mediationsverfahren zu einigen, beispielsweise dann, wenn der Mitarbeiter eine Kaderposition inne hat, eine lange Kündigungszeit oder viel Wissen hat, das für den Betrieb wichtig ist. 

Was sind die Vorteile einer Mediation gegenüber einem Gerichtsverfahren?

Im gerichtlichen Verfahren stehen die Positionen der Parteien im Vordergrund (zum Beispiel: Ich will das Haus), die oft verhärtet und dadurch nicht verhandelbar erscheinen. Das Mediationsverfahren fokussiert auf die Motivation und Bedürfnisse der Beteiligten, was den Raum öffnet für Verständnis gegenüber den Interessen der anderen Seite (weshalb ist es so wichtig, das Haus zu bekommen). Bei einer Mediation nehmen die Beteiligten eine aktive Rolle ein und sie erarbeiten auf die Zukunft bezogene Lösungen, die oft über eine gerichtliche Lösung, die auf dem Prinzip Gewinner-Verlierer beruht, hinausgeht. Die zwischenmenschlichen Beziehungen können so erhalten bleiben. Durch die Besprechungen im vertraulichen Rahmen (im Gegensatz zu den öffentlichen Verhandlungen) kommt es zu keinem Reputationsschaden.

Was geschieht in einer Teamreflexion?

Eine Teamreflexion dient dazu, ein bestimmtes Thema oder einen Prozess zu hinterfragen und darauf aufbauend, Massnahmen zur Verbesserung zu erarbeiten. Beispielsweise kann in einer Teamreflexion die Zusammenarbeit analysiert werden: Was läuft gut in der Zusammenarbeit? Was trägt dazu bei, dass es gut läuft und wie kann dies erhalten bleiben? Was läuft weniger gut? Was kann dazu beitragen, die Situation zu verbessern? Die Teammitglieder wissen oft am besten, was sie benötigen, um ihre Arbeit gut zu machen. Sie sind dementsprechend für den Inhalt, der Moderator für den Ablauf und die Struktur verantwortlich. 

Was kann man in einem Betrieb zur Konfliktprävention machen?

Zum einen können Mitarbeitende in ihrem Kommunikationsverhalten geschult werden, so dass sie frühzeitig sich anbahnende Konflikte ansprechen mit dem Ziel, dass diese gar nicht eskalieren. Zum anderen empfiehlt es sich, einen Leitfaden zu erarbeiten und darin festzulegen, wie vorzugehen ist, wenn ein Streit seinen Lauf nimmt. So ist auch für Vorgesetzte und andere Mitarbeitende klar, wann sie einschreiten müssen.

Wie hängen die Themen Stress und Konfliktbewältigung zusammen?

Wer längere Zeit unter belastendem Stress steht, entwickelt verschiedene Stress-Symptome, darunter auch der Tunnelblick. Die Betroffenen sind fokussiert auf ihre Probleme, lassen sich schneller auf einen Konflikt ein und sind weniger offen für eine Lösungsfindung. Je nach Situation lohnt es sich daher, die Themen Stress- und Konfliktbewältigung zusammen anzugehen. 

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